Julius Bursche - historische Untersuchung

Der evangelische Bischof Julius Bursche versuchte in der Zweiten Polnischen Republik (1918/19-1939) zwischen deutschen und polnischen Christen zu vermitteln. Dadurch geriet er zwischen die Fronten der machtpolitischen Interessen des auf Konsolidierung seiner Einflusssphären bedachten polnischen Nationalstaates und der restaurativen bzw. expansiven Tendenzen innerhalb des deutschen Nationalstaates. Die Historikerin Rita Röhr beschreibt das Handeln des Bischofs im politischen Spannungsfeld seiner Zeit anhand bisher nicht ausgewerteter Archivalien.

PDF: Bursche - aufrecht zwischen allen Stühlen

Tagung 17./18.2.2012 - War die “Vertreibung” Unrecht?

Veranstaltet von der Freie Universität Berlin, der Aktion Sühnezeichen e.V., der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft e.V., der Deutsch-Polnischen Akademischen Gesellschaft e.V., der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik e.V. und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V.

Termin: Freitag, den 17. und Samstag, den 18. Februar 2012

Ort: Seminarzentrum der Freien Universität Berlin, Otto-von-Simson-Str. 26, 14195 Berlin, Raum L 115

War die “Vertreibung” Unrecht? Die Umsiedlungsbeschlüsse des Potsdamer Abkommens und ihre Umsetzung in ihrem völkerrechtlichen und historischen Kontext

Programm:

Freitag, 17.2.

9.15     Eröffnung der Tagung, Grußworte

I. Juristische Sektion

10.15   Thilo Marauhn (Universität Giessen), Kriegsfolgen und intertemporales Völkerrecht

11.15   Kaffeepause

11.45   Herta Däubler-Gmelin (Freie Universität Berlin), Das Menschenrecht auf Heimat

12.45   Mittagspause

14.00   Jerzy Kranz (Szkola Glowna Handlowa/Akademia Leona Kozminskiego Warschau), Juristische und politische Aspekte des polnisch-deutschen Vertreibungsstreits

15.00   Jan Kuklik (Universita Karlova Prag), The Sudeten German Question in Czechoslovakia 1945-1973 from the legal point of view

16.00   Kaffeepause

II. Historische Sektion

16.30   Stefan Troebst (Universität Leipzig), Vom “Bevölkerungstransfer” zum Vertreibungsverbot - eine europäische Erfolgsgeschichte?

19.30   Abendveranstaltung: Irmela von der Lühe (Freie Universität Berlin), Die “kalte” Heimat. Flucht und Vertreibung in der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur.

Anschließend Empfang

Samstag, 18.2.

9.00     Heinrich Schwendemann (Universität Freiburg), Flucht und Vertreibung der ostdeutschen Bevölkerung 1944-1947

10.00   Bozena Gorczynska-Przybylowicz (Universität Poznan), Die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus Polen als Folge des Zweiten Weltkriegs

11.00   Kaffeepause

11.15   Oldrich Tuma (Akademia ved Ceske republiky Prag)

12.15   Mittagspause

13.15   Erich Später (Heinrich-Böll-Stiftung, Saarbrücken), Der Bund der Vertriebenen in der deutschen Nachkriegsgeschichte

14.15   Ingo Haar (Universität Wien), Die Geschichtspolitik der Vertriebenen als Herausforderung der europäischen Integration

15.15   Kaffeepause

15.30   Robert Zurek (Centrum badan historycznych Polskiej Akademii Nauk Berlin), “Vertreibung” oder “Aussiedlung”? Der deutsch-polnische Streit um die Begriffe, Erinnerung und den Sinn der Geschichtspolitik 1999-2009

16.30   Anja Mihr (Universität Utrecht), Die Unrechtsdebatte. Vertreibung im Kontext politischer Aufarbeitung und Transitional Justice

17.30   Schlusswort

Teilnahmebeitrag 15 EUR (ermäßigt 7 EUR), Anmeldung an konferenzbüro@polen-news.de, oder postalisch bzw. per Fax an: Karl Forster, Neue Grottkauer Str. 38, 12619 Berlin, Fax 030-56296097

Polnische Flieger der RAF

Die Deutsch-Polnische Akademische Gesellschaft e.V. hat ein sozialwissenschaftliches Forschungsprojekt über die Integration der polnischen Flieger der Royal Air Force (RAF) in die britische Gesellschaft zwischen 1940 und 1950 begonnen.

Während die militärhistorische Bedeutung der polnischen Flieger in der RAF zwischen 1940 und 1945 seit einiger Zeit schon gut erforscht ist, so bleibt die soziale Dimension ihres Lebens in Großbritannien weit gehend im Schatten der Militärgeschichte verborgen. Dabei war die Integration der polnischen Flieger (und selbstverständlich auch der anderen polnischen Exilanten in Großbritannien) in die britische Gesellschaft von großer Bedeutung, denn Polen (und auch Tschechoslowaken), die auf Seiten der Westalliierten gekämpft hatten, konnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges oft nicht in ihre Heimat zurückkehren, ohne persönlichen und politischen Repressalien ausgesetzt zu sein.

In der Untersuchung soll der gegenseitige Umgang zwischen den Polen und ihren britischen Gastgebern näher betrachtet werden. Die polnischen Flieger spielen hierbei eine exemplarische Rolle, da sie schon während des Krieges eine relativ starke mediale Aufmerksamkeit erhielten und somit ins Bewusstsein der britischen Gesellschaft gelangten. Inwieweit dies bei der Nachkriegsintegration hilfreich war, bzw. mit welchen weiteren Gegebenheiten der Integration sich beide Seiten auseinanderzusetzen hatten, soll eines der zentralen Anliegen des Projekts sein.

Geleitet wird das Projekt von Herrn Jan Brüning. Wer sich für weitere Informationen interessiert, der wende sich bitte direkt an Herrn Brüning: JanBruening@dp-ag.org

27./28.2. - Tagung: Geschichte – Recht – Politik. In memoriam Helmut Ridder (1919-2007)

Freie Universität Berlin in Verbindung mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V., der Deutsch-Polnischen Akademischen Gesellschaft e.V. und der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft.
Schirmherrschaft: Hans Koschnick, Bürgermeister a.D. der Freien Hansestadt Bremen

Die im Seminarzentrum der Freien Universität Berlin stattfindende Tagung widmet sich Helmut Ridder, einem deutschen Verfassungsjuristen und linksliberalen Bürgerrechtler, der zu vielen verfassungsrechtlichen Streitfragen seiner Zeit Stellung nahm und dabei die demokratischen Grundrechte wiederholt gegen eine Bedrohung durch autoritäre Herrschaftsansprüche verteidigte. Seine Arbeitsschwerpunkte lagen im Grenzbereich von Verfassungsrecht und politischer Wissenschaft. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrung des Zweiten Weltkriegs verstand Ridder die Gründung der Bundesrepublik Deutschland als Möglichkeit eines Neuanfangs und betrachtete die Westbindung als eine Voraussetzung hierzu. Im Jahr 1947 promovierte er an der Universität Münster mit einer Dissertation zu „Wesen und Friedensaufgabe des Waffenstillstandes“. Nach seiner Habilitation Anfang der 1950er Jahre arbeitete er als Professor an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er erstritt vor dem Bundesverfassungsgericht die Streichung des „väterlichen Stichentscheids“ (§ 1628) aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch, der dem Vater in Erziehungsfragen die allerletzte Entscheidung zusprach. Von 1959 an lehrte Ridder als Professor an der Universität Bonn und wurde 1965 an die Justus-Liebig-Universität Giessen berufen, wo er bis 1988 als Professor für Öffentliches Recht und die Wissenschaft von der Politik arbeitete. Hier wirkte er mit an der Entwicklung des „Giessener Modells“ in der Juristenausbildung, das Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaft verzahnte. In den 1960er Jahren trat Helmut Ridder für die Aufhebung des KPD-Verbots ein, da die Legalität der KPD seiner Auffassung nach verfassungsrechtlich zu erstreiten sei. Als die Mitglieder der stattdessen gegründeten DKP anschließend von der Bundesregierung mit Berufsverboten belegt wurden, bezeichnete er dies als „Außerkraftsetzung von demokratischen Grundrechten“. Ende der 1970er Jahre stand Ridder an der Spitze der Bewegung gegen den NATO-Doppelbeschluss und initiierte den Kongress „Der Atomtod bedroht uns alle“, bei dem der „Krefelder Appell“ gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen verabschiedet wurde. Obwohl Helmut Ridder vor allem in der bundesdeutschen Linken Anerkennung fand, war er selbst kein Marxist, sondern verstand sich als „münsterländischer Katholik“. Er war Mitbegründer und Herausgeber der Zeitschrift „Neue politische Literatur“ und mehr als drei Jahrzehnte Mitherausgeber der „Blätter für deutsche und internationale Politik“. In seinem Einsatz für den Erhalt und die Weiterentwicklung einer friedensorientierten Bundesrepublik verstand er schon früh eine Versöhnung mit Polen als unerlässlich. Seine Bemühungen um die Verständigung zwischen Deutschen und Polen wurden 1983 von der Universität Lodz durch die Verleihung eines Ehrendoktortitels gewürdigt.

Freitag, 27. Februar 2009

10.00: Eröffnung der Tagung, Grußworte

10.30: Prof. Dr. Christoph Koch (Freie Universität Berlin):
„Politik ist die Praxis der Wissenschaft des Notwendigen“. Helmut Ridder (1919-2007)

11.15: Prof. Dr. Ingeborg Maus (Universität Frankfurt am Main):
Aktuelle Paradoxierungen von Recht und Souveränität. Eine demokratietheoretische Perspektive

12.00: Prof. Dr. Christoph Müller (Freie Universität Berlin):
Erst einmal die bürgerliche Revolution zuende bringen!

12.45: Mittagspause

14.00: Prof. Dr. Lothar Albertin (Universität Bielefeld):
Die Selbstpreisgabe der Weimarer Republik in der politischen Mitte

14.45: Prof. Dr. Wolfgang Wippermann (Freie Universität Berlin):
Abendroth und Ridder – zwei Streiter gegen die Notstandsgesetze

15.30: Kaffeepause

16.15: Prof. Dr. Frank Deppe (Universität Marburg):
Helmut Ridder und Wolfgang Abendroth in der Auseinandersetzung um die Politik der Berufsverbote in den siebzieger Jahren

16.45: Dr. Otmar Jung (Freie Universität Berlin):
Das Bundesverfassungsgericht und die direkte Demokratie

Samstag, 28. Februar 2009

9.00: Prof. Dr. Otto Ernst Kempen (Universität Frankfurt):
Perspektiven des Sozialstaats. Ein verfassungstheoretisches Konfliktfeld

10.00: Gerhart R. Baum (Innenminster a.D., Köln):
Die Bundesrepublik im Spannungsfeld von Sicherheit und Freiheit

10.45: Dr. Dieter Deisenroth (Bundesverwaltungsgericht Leipzig):
Zum Friedensangebot des Grundgesetzes

11.30: Kaffeepause

12.00: Prof. Dr. Ulrich K. Preuss (Freie Universität Berlin):
Helmut Ridder als völkerrechtlicher Autor

12.45: Mittagspause

14.00: Prof. Dr. Gerhard Stuby (Universität Bremen):
Zum Mythos der „Wiedervereinigung“

14.45: Prof. Dr. Jan Barcz (Kolegium Prawa WSPiZ im. L. Kozminskiego Warszawa):
Die Vereinigung Deutschlands und die polnisch-deutsche Grenze

15.30: Kaffeepause

16.00: Prof. Dr. Samuel Salzborn (Universität Gießen):
Von der rechtlichen (Re-)Konstruktion einer Minderheit zu ihrer politischen Instrumentalisierung

16.45: Prof. Dr. Norman Paech (Universität Hamburg):
Deutsche Außenpolitik und Völkerrecht

17.30: Tagungsende

Freitag, 27.2. – Samstag, 28.2.2008
Seminarzentrum der Freien Universität Berlin
Otto-von-Simson-Str. 26, 14195 Berlin, Raum L 115

Teilnahmebeitrag: 15 EUR (ermäßigt/Studenten: 7 EUR) – zu zahlen an der Tageskasse
Anmeldung per E-mail über: konferenzbuero@polen-news.de
Anmeldung per Fax (an Manfred Feustel): 02858-7945

24.10. - Aktuelle Fragen der polnischen Landwirtschaft

Am Freitag, dem 24.10.2008, um 19 Uhr, berichtet Dr. Hans Watzek im “Thüringer” in Berlin (Gaststätte in der Landesvertretung Thüringens, Mohrenstr. 64) zu “Aktuellen Fragen der polnischen Landwirtschaft”. Veranstaltet von der Gesellschaft für gute Nachbarschaft zu Polen.

23.10. - NS-Rassenideologie in der Praxis

Colloquium des Zentrums für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin-Pankow am Donnerstag, 23. Oktober, 17-20 Uhr, mit Vorträgen von Miriam Yegane Arani (Der nationalsozialistische Rassismus als visuelle Ideologie) und Takashi Nakagawa (Schulpolitik im besetzten Polen). Einführung und Kommentar: Helgard Kramer. Mehr Information unter der URL www.panberlin.de